Resteparade oder Nähen in Zeiten der Corona

[Unbeauftragte Werbung durch Produktnennung] Ich habe diesen Sommer auf der Jagd nach Cloqué-Stoff für ein ganz bestimmtes Oberteil verbracht, nichts Brauchbares gefunden und stattdessen viel Spaß mit Resten gehabt.

Beim nahegelegenen Stoffladen begrüßte mich im Mai, zu Beginn der Corona-Ära, eine lange Schlange. Eigentlich ganz nett, dass so viele Menschen jetzt neue Hobbies entdecken, zum Anstellen hatte ich aber keine Lust und drehte unverrichteter Dinge um. Mein Versuch, Vlieseline infektionsschutzgerecht online zu bestellen, ging auch gleich gewaltig schief. Irgendetwas muss ich bei der Mengenangabe falsch gemacht haben, jedenfalls kam statt einem Meter ein langer dünner 10 cm-Streifen an… nur gut, dass ich keinen teuren Cloqué-Stoff bestellt hatte 😀

Also habe ich die zugegebenerweise ziemlich gut gefüllte Reste-Kiste ausgepackt und ganz zuoberst den quietschgrünen indischen Stoff gefunden, der vor zwei Jahren zu meinem Glitzerkleid geworden ist.

Das waren noch Zeiten.

Und wenn man schon nicht in Person reisen darf, kann man immer noch im Internet herumstromern, wo ich einen sommerlichen Entwurf einer mexikanischen Designerin gefunden habe (Anleitung auf Spanisch, Untertitel auf Englisch). Ausgedruckt und drauflos geschnipselt…

Eine unfertige Hose aus dem gleichen Stoff hatte ich ohnehin noch herumliegen, da dies mein erster Nähversuch mit diesem Stoff gewesen war. Sie gab nicht genug Stoffrest für einen Rock her, also wurde aus Oberteil und Hose kurzerhand ein quietschgrüner Jumpsuit.


Ich warte noch auf die Einladung zum Kermit-Ball.

Danach stand die Nähmaschine erst einmal still, denn ganz nach dem Motto ‚warum in die Ferne schweifen‘ brach dann ein wunderbarer Sommer aus und ich war erst einmal mit anderen Dingen beschäftigt, wie Beeren pflücken und Marmeladenetiketten basteln.

Tipp: Für einen dekorativen Rand Etiketten erst auf weißem Papier schreiben oder ausdrucken und dieses Etikett dann auf Geschenkpapier aufkleben.

Ohnehin gibt es ja auch direkt vor der Tür viel Schönes zu entdecken.

Und an warmen Sommerabenden konnte ich meine Wollsammlung mal an der frischen Luft durchsortieren und lüften.

Zurück zur Restekiste. Dort befanden sich auch noch die Überbleibsel des Hochzeits-Leinenkostüms meiner Mutter, das letzten Sommer Stoff für die Kuh Patty gespendet hatte. (Leider habe ich es vor dem Zerlegen nicht mehr fotografiert.)

Hallo, Patty

Wegwerfen kam bei diesem Stoff natürlich auf keinen Fall in Frage. Den gestreiften Rock hatte ich nach der Entnahme von Pattys Fell bereits wieder neu versäumt. Blieb nur die Frage, was mit den Resten des Blazers anzufangen war, der leider aus vielen kleinen Einzelteilen zusammengesetzt war. Etwas Kleinteiliges musste her, und da ich mit dem Froschjumpsuit bereits ein bisschen „rückenfrei“ geübt hatte, habe ich aus dem Rest des Blazers ein Top nach einer Simplicity-Anleitung genäht.

Als das fertig war, konnten wir dank gelockerter Reisebeschränkungen einen Kurzurlaub im merkwürdig menschenleeren Prag verbringen.

Mittlerweile hatten auch die Geschäfte wieder normal geöffnet, sodass ich in verschiedenen Läden weiter erfolglos nach dem mysteriösen Cloqué suchen konnte. Die Restekiste ist aber immer noch voll. So schnell wird es bestimmt nicht langweilig werden, und scheinbar muss man ohnehin nicht immer neu kaufen oder weit fahren…

Ich hoffe, ihr hattet auch einen guten Corona-Näh-Sommer!


Viele Grüße!

Eure Eva


Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag #119.

3 Kommentare

  1. Super schöne Teile sind dir gelungen aus den Resten! Der Jumpsuit ist so ein Hingucker und die Leinen Kombi bestimmt auch einzeln sehr vielseitig tragbar. Und ich weiß weder, was ein Cloqué ist, noch wo man das kaufen kann…

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    1. Vielen Dank, liebe Kathrin!! Ja, Cloqué ist wohl so eine Art von strukturiertem Strick-Stoff, der aber schwer aufzutreiben ist… muss mir wohl eine Alternative überlegen oder das Projekt ganz ad acta legen 🙂

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