Kinderkram (Teil 1 von x)

Im Familienkreis gibt es Nachwuchs – eine rundum feine Sache, weil ich so einen Grund habe, mich mit niedlichen Kinder-Mustern zu befassen.

Aber, ganz ehrlich: Wo ist nur die Zeit geblieben?!

Da die Strick-Domäne bereits von der Oma des kommenden Erdenbürgers abgedeckt wird, habe ich mich ganz aufs Nähen konzentriert. Und da bei Babykleidern hauptsächlich Jerseystoffe zum Einsatz kommen, war ich für meine Nähmaschinen-Anschaffungen vom letzten Sommer, eine Overlock und eine Nähmaschine mit integriertem Differentialtransport, einmal mehr dankbar.

2 Bodys aus 0,7m Jersey

Als erster Streich entstand dieses kleine Set von zwei Bodys in unterschiedlichen Größen. Die Yoga-Dackel waren einfach zu niedlich, um nach einem halben Monat wieder in einer Kiste zu verschwinden 😉 Der geringe Stoffverbrauch hat mich als Erwachsenen-Näherin positiv überrascht: für beide Teile brauchte ich nur 0,7m Jersey.

Den Body in Neugeborenen-Größe habe ich nach dem Freebook „Taylor“ von Engelinchen Design genäht. Dank der bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung ist das Muster auch für Anfänger geeignet.

Ein wenig Kopfzerbrechen haben mir die Bündchenstreifen an Hals-und Beinausschnitt bereitet. Sie werden nach einer Tabelle zugeschnitten, und die angegebene Länge kam mir einfach zu kurz vor – ich hatte Probleme, meine Bündchen ohne zu viel Zug und dadurch entstehenden Faltenwurf am Body anzunähen. Für meinen zweiten Taylor-Body (s. unten) habe ich sie um fast 4 cm verlängert und fand es immer noch ein wenig knapp. Wobei ich da vielleicht auch einfach etwas nicht richtig gelesen habe.

Ich hab mir eine Zange zum Anbringen von Druckknöpfe geleistet – als Tante braucht man sowas 😉

Den zweiten Body habe ich nach einem Muster von Stoff&Stil/ Selfmade genäht. Vielleicht kennt ihr das Prinzip der Schnittmuster dieser Marke schon: man bekommt alle Teile bereits fertig ausgestanzt. Bei Erwachsenen-Kleidung spart man so mehrere Arbeitsschritte. Aber bei Kinderkleidung hat man dann eben nur eine Größe, für nur ein Alter. Ein bisschen schade.

Genau wie Taylor hat auch das Stoff&Stil-Muster einen „amerikanischen“ Halsausschnitt, der das An- und Ausziehen vereinfachen soll. Die Beine werden mit Druckknöpfen geschlossen.

Fürs Anbringen der Bündchen gibt das Schnittmuster keine besonders genauen Anweisungen, also habe ich nochmal beim Beispielstück im Geschäft gelinst: Die mit der Overlock versäuberte Innenkante wurde hier nicht erneut umgeschlagen wie bei einem Schrägband, sondern einfach glatt festgenäht. Vielleicht ist das für die Jersey-Erfahrenen unter euch nichts Neues, für mich war es aber ein kleiner „Aha“-Moment.

Vorbildlicher Beispiel-Body in der Filiale

Und weil es so schön war, habe ich den Body „Taylor“ noch einmal in einer etwas größeren Größe aus einem Pünktchenstoff genäht.

Den kleinen Fuchs habe ich mithilfe des Applikationsfußes befestigt.

Die Rückseite zeige ich lieber nicht… das Soluvlies, das ich auf die Innenseite gelegt hatte, entwickelte beim Drehen und Wenden auf dem Nähtisch irgendwie ein Eigenleben und war am Ende völlig zerknittert angenäht. Ich habe mich nicht getraut, die Naht wieder aufzupicken – Trennmesser und Jersey vertragen sich meiner Erfahrung nach nicht so gut, vor allem bei engen festen Stichen… Wobei das Vlies sich ja beim Waschen auflösen soll.

Passend zum Wald-Thema habe ich als nächstes einen Overall (ebenfalls Stoff&Stil/ Selfmade) genäht. Die Ohren fand ich einfach zu lustig, um das Muster nicht auszuprobieren!

Der Außenstoff mit den Kirschen war bereits fertig gesteppt. Zur Abwechslung kamen hier mal keine Druck-, sonder ganz gewöhnliche Knöpfe zum Einsatz, die ich extra fest angenäht habe. Das Muster erforderte ein bisschen Denkarbeit beim Verstürzen von Außenstoff und Futter. Dafür sind am Ende fast alle Nähte unsichtbar, was sehr professionell aussieht.

Zu guter Letzt entstand noch ein Strampelsack. Der Baumwollstoff mit schlafenden Tierchen war wirklich sehr niedlich, aber nicht sehr flauschig. Daher habe ich hier noch eine Lage Futtervlies ergänzt.

Auch diesmal keine Druckknöpfe, sondern zur Abwechslung Klettverschluss.

Nun ist der Strampelsack, pünktlich zur Baby Shower, in London abgegeben worden und ich hoffe, der kleine Besitzer wird darin bald so tief und fest schlafen wie die müden Polartiere.

London letztes Wochenende beim „Platinum Jubilee“…. die Queen haben wir nicht getroffen. Dafür aber einen hinreißenden Papageientaucher.

Was war sonst noch so? Man kann wieder reisen! Und so haben wir im April einen Urlaub auf Rhodos verbracht, wo ich zumindest vorübergehend wieder Katzengesellschaft um mich haben konnte.

Und auch dort habe ich an meinem Sisyphus-Strickwerk, dem Pullover „Bramble“ von Marie Wallin, weitergearbeitet. Oder besser, geribbelt. Da ich nicht mit dem angegebenen Garn, sondern mit Sockenwolle und vor allem anderen Farben arbeite, stellt sich oft erst nach mehreren Reihen heraus, welche Farben nun gar nicht zueinander passen wollen. Aber dazu ein andermal mehr…

Viele liebe Grüße!

Eure Eva


Verlinkt beim Handmade on Tuesday #205.

4 Kommentare

  1. Wie niedlich! Ich finde, als Hobby-Näherin gibt es nichts Dankbareres, als Tante zu werden und niedlichste Babysachen zu nähen! So wenig Stoff, so viel Bedarf, so niedliche Muster!!! Mit Deiner Farb- und Musterwahl wird das Baby schön stilvoll gekleidet sein!
    Wundervoll!!
    LG,
    Antje von lelonuk

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