Dirndl meets Sari (Teil 2): Dreierlei Schürzen

Wir kommen zu Teil 2 meines deutsch-indischen Nähabenteuers! Vor zwei Wochen habe ich euch darüber berichtet, wie ich aus einem indischen Stoffsouvenir und einem alten Trachtenkostüm ein Dirndlkleid gebastelt habe.

Vielleicht erinnert ihr euch dumpf…

Dirndl_schürzenlos

Es fehlten noch eine Bluse und (ganz wichtig) die Schürze. Tagelang habe ich nachgegrübelt, wie besagte Schürze aussehen sollte, und den gesamten Inhalt meiner Stoffkiste durchgesehen, aber nichts passte so recht. Mit der moralischen Unterstützung einer Freundin habe ich noch einmal den Stoffladen meines Vertrauens aufgesucht… und kam am Ende mit drei Stoffen raus.

Dirndl_Schürze_1
Stoff-Funde: zwei synthetische Spitzenstoffe und ein Meter moosgrüne Seide.

Zu meiner Verteidigung konnte ich mich wirklich nicht entscheiden, welcher davon genau am besten passte. Jeder der drei Stoffe gab dem Dirndl einen anderen Dreh…

Sari-bluse.jpgZuerst habe ich mich an die pinke Spitze gewagt, davon hatte ich am meisten.

Passend zum Thema konnte ich die Spitze mit einem knallpinkem Rest echtem Sari-Stoff kombinieren, aus dem ich vor längerer Zeit einmal eine Sari-Bluse geschneidert habe. (Nicht, dass ich dieses gewagt bauchfreie Teil je getragen habe… ähnlich wie bei meinem Dirndl, das hier in Niedersachsen völlig zweckfrei ist, ging es ums Prinzip, so etwas nähen zu können 😉 )

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Mit der Spitze hatte ich anfangs meine liebe Not. Um den Saum zu versäubern, wollte ich eine vom Trachtenkostüm abgetrennte gelbe Borte aufnähen. Die Spitze verzog sich aber schnell und der Saum wurde gewellt. Als zweiten Versuch habe ich die gleiche Borte parallel noch einmal gaaaanz lose aufgenäht und erst im zweiten Schritt die Spitze eingekürzt, dann alles umgeschlagen und noch einmal vorsichtig von Hand fixiert… und zum Glück wellte sich so nichts mehr!

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Saumprobleme mit Spitze: Vorher (rechts) und nachher (links)

So sieht die pinke Spitzenschürze aus… gewissermaßen die Partyversion vom Dirndl:

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Und weil es so schön war, habe ich die gleiche Nähprozedur gleich noch einmal mit der moosgrünen Spitze wiederholt. Hier musste ich etwas schummeln, weil es von diesem Stoff im Laden nur noch 80 cm Länge gab, also fielen die Kellerfalten weniger üppig aus.

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Die Ränder sind hier mit dem Netz-Streifen vom Rand der Spitze versäubert, der mit einem Zierstich angebracht ist. Die Zierstiche an der Maschine verwende ich eigentlich viel zu selten.

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Das Ergebnis ist etwas ruhiger als in Pink.

Dirndlschürze_grün_2

Zuletzt habe ich mich noch an eine kleine Herausforderung gewagt, und zwar eine gestiftelte Schürze aus Seide.

Dirndl_Schürze_6Die Schürze wird vor dem Bund in viele kleine, regelmäßige Ziehharmonika-Falten gelegt. Praktischerweise konnte ich einen Streifen vom karierten Rock des Trachtenkostüms als Schablone für das Anbringen der Hilfsfäden verwenden… ein Stich pro Kästchen…

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… vorsichtig ziehen, und alles faltet sich säuberlich zusammen. Das macht wirklich Spaß.

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Leider sind die Stiftelfalten beim Aufnähen des Bundes wieder etwas geplättet worden und verrutscht. Dies hätte man wahrscheinlich mit straffer zusammengezogenen Falten beheben können, allerdings war hierfür meine Schürze nicht breit genug.

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Mit ein bisschen Borte kann man vielleicht vom unregelmäßigen Bund ablenken?

Dirndl_Schürze_16Dirndl_Schürze_11

Hier also die dritte, feierlichste Schürzenversion:

Dirndlschürze_grün

Nun habe ich also drei Schürzen und immer noch keine Bluse! Schürzen machen allerdings echt Spaß und gehen schnell.

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Bei der Konstruktion meiner Schürzen hat mir diese Anleitung auf dem Bernina-Blog sehr weitergeholfen. Der Stoffverbrauch für die Kellerfalten-Schürzen war 0,8 bzw. 1 x 1,2 m Spitze sowie ein 1 x 0,3m-Streifen in einem soliden Stoff in passender Farbe für den Belag an Bund und Bändern. Die gestiftelte Schürze ist ebenfalls aus 1×1,2 m Seide hergestellt, hier würde ich die Breite statt mit nur 1m im Nachhinein etwas großzügiger berechnen würde (mindestens 1,2 m Breite … also hätte ich den Stoff um 90° gedreht zuschneiden sollen), damit die Stiftelfalten enger und damit regelmäßiger „zusammengepackt“ werden können.

Mal schauen, wie viele Blusen es am Ende werden…

Signatur_herbst

Verlinkt auf den Linkpartys von Afterworksewing und Sew La La #20.

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4 Kommentare

  1. Mir gefallen deine 3 Schürzen sehr gut, am schönsten finde ich die Seidenschürze mit der Borte. Hoffentlich findest du doch mal Gelegenheit, das Dirndl zu tragen. Wäre viel zu schade, wenn es im Schrank verstaubt. LG Elke

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    1. Vielen Dank, liebe Elke! Freut mich zu hören, dass diese Schürze dir zusagt – ich fand sie am schwierigsten und wahrscheinlich fallen mir deswegen vor allem die Fehler daran auf, da tut es gut, ein positives Feedback zu hören 😉 Ich hoffe auch sehr, das Dirndl irgendwann einmal ausführen zu dürfen. Viele liebe Grüße, Eva

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