Strickzubehör: The good, the bad and the useless

Knittingsquirrel

Vor ein paar Tagen habe ich meinem eigenen Ratschlag „Qualität statt Quantität“ widersprochen und im Supermarkt ein billiges Set mit Strickzubehör erstanden. Bei dem lächerlich kleinen Preis konnte ich nicht widerstehen, einmal solche schönen Gimmicks wie Klammern für stillgelegte Maschen oder Maschenstopper auszuprobieren. Ohnehin habe ich mittlerweile ziemlich viel Zubehör angesammelt… manches nützlich, manches liegt einfach nur in der Gegend rum. Ein guter Anlass, mir einmal einen Überblick über Strickwerkzeug jenseits von Nadeln und Wolle zu verschaffen.

Strickzubehör
Meine Supermarkt-Beute

 

Dieser Post reflektiert meine eigenen Erfahrungen. Mir ist natürlich klar, dass verschiedene StrickerInnen diese Utensilien mehr oder weniger nützlich finden und jeder seine eigenen Vorlieben hat. Schreibt mir doch in den Kommentaren, was ihr für Erfahrungen gemacht habt und was ihr empfehlen würdet!

 

Maschenmarkierer

IMG_0712.jpgNutzen: Bei Abnahmen, Zunahmen, Zählmustern und Stricken in Runden den Überblick behalten.

Alternativen: Sicherheitsnadeln, Haargummis, ausrangierte Ohrringe, irgendetwas Selbstgebasteltes aus Kontrastfarben-Wolle… Die gekaufte Version aus dem Zubehör-Set finde ich im Vergleich zu meinen bisherigen Provisorien eher langweilig 🙂 Einziger Vorteil der rosa Klammern ist, dass sie keine scharfen Kanten oder Häkchen enthalten, an denen sich Fussel verfangen können.

Fazit: Ein sehr nützliches Stück Zubehör, dass man allerdings nicht wirklich kaufen muss (selber basteln macht mehr Spaß)

 

Maschenklammern/ Maschenraffer

IMG_0708Nutzen: Stillgelegte Maschen ordentlich aufbewahren, bis sie wieder zum Einsatz kommen.

Alternativen: Stillzulegende Maschen auf einen dicken, nicht fusselnden Faden in Kontrastfarbe fädeln und verknoten – diese Version ist z.B. bei Sockenfersen oder Handschuhfingern leichter, weil bei Abstricken der anderen Maschen keine sperrige Klammer im Weg ist.

Fazit: Für manche Projekte sicher ganz nützlich. Von mir bisher noch nicht vermisst.

 

Maßband

IMG_0737Nutzen: Maß nehmen, Maschenproben zählen, Fortschritt bei Mustern überprüfen…

Alternativen: Ähm… Lineal? Geodreieck?

Fazit: Ziemlich essentiell. Weil ich das Maßband nie finden kann, macht es mir nichts aus, jetzt zwei zu besitzen.

 

Maschenzähler

IMG_0723Nutzen: Bei Mustern mit vielen Reihen oder Runden, wie z.B. Pullovern, den Überblick behalten.

Alternativen: Ab und zu die Maschen von Hand abzählen. Jede zehnte Reihe mit einem Fädchen markieren. Oder eine Strichliste anlegen (jap, das habe ich bei einem Pulli schon einmal gemacht).

Fazit: Für organisierte Leute eine echte Arbeitserleichterung. Für Dussel wie mich, die vergessen, am Ende jeder Reihe den Maschenzähler weiter zu drehen, muss wohl noch der automatisiert zählende digitale Maschenzähler erfunden werden.

Zopfnadeln

IMG_0715Nutzen: Bei Stricken von verschränkten Zopfmustern Maschen vor oder hinter die Arbeit legen, um sie hinterher abzustricken. Der Knick hält die Maschen davon ab, abzurutschen.

Alternativen: Bis jetzt habe ich immer dann, wenn ich einmal ein Zopfmuster stricken wollte, keine Zopfnadel zur Hand gehabt. Stattdessen kam eine einzelne gerade Nadel aus einem Nadelspiel zum Einsatz. Wenn man etwas vorsichtig ist und die Maschen nicht rutschen lässt, gibt es kein Problem.

(Hier hat sich mein Supermarkt-Strickset, soweit ich das beurteilen kann, einen Fehler erlaubt – ein Maschenstopper war an einem Ende der Zopfnadel festgeklebt. Dies macht es etwas schwierig, die stillzulegenden Maschen erst mit dem linken Ende der Zopfnadel auf die Zopfnadel aufzunehmen, dann vor oder hinter der Arbeit ruhen zu lassen, und dann vom rechten Ende der Zopfnadel her mit der „Arbeitsnadel“ abzustricken… dieses Ende ist gut verstoppert. Oder kann mir jemand erklären, was der Stopper an diesem Ort soll?)

Fazit: Ganz nützlich, aber nicht strick-lebensnotwendig.

 

IMG_1269Maschenstopper

Nutzen: Nadelenden „verschließen“, damit gerade nicht gebrauchte Maschen nicht abrutschen können. Zum Beispiel, wenn man das Strickstück in der Handtasche transportieren möchte.

Alternativen: Den Arbeitsfaden auf beiden Seiten der Nadel um die Maschen wickeln und festzurren, sodass die Maschen in Richtung Nadelmitte geschoben und fixiert werden und nicht so leicht abrutschen. Hat sich beim Unterwegs-Stricken meiner Julevotter auf einem Nadelspiel bewährt. Oder einfach ein Gummiband mehrere Male um das Ende der Nadeln wickeln.

Fazit: Besonders nützlich beim Stricken mit austauschbaren Nadelseilen (von so einer Nadelvariante sind die schwarzen Stopper im Foto). So kann man dann die Nadeln „befreien“ und für ein anderes Projekt benutzen, während die Maschen auf dem Seil bleiben. Beim Stricken mit geraden Nadeln oder Nadelspielen kann man sich aber auch ohne so eine Kappe behelfen.

 

IMG_0707 (1)Stopfnadeln

Nutzen: Fäden vernähen, Nähte schließen

Alternativen: Nicht viele. In manchen Fällen kann man eine Häkelnadel benutzen, um eine Naht zu schließen, oder Strickstücke direkt zusammenstricken.

Fazit: Unentbehrlich für ein sauberes Strick-Ende!

 

IMG_0734Garnspulen

Nutzen: Kleinere Garnreste oder Beilauffäden ordentlich aufwickeln.

Alternativen: Ein Stück Pappe würde es auch tun?

Fazit: Ich habe ewig gebraucht, um diese Kärtchen zu identifizieren… woraus man schließen kann, dass ich sie bisher noch nicht vermisst habe.

 

IMG_0728Strick-Fingerhut

Nutzen: Für Muster, bei denen mehr als ein Faden gleichzeitig zum Einsatz kommt (z.B. Fair Isle oder Norwegermuster).

Ich habe mir angewöhnt, den Fingerhut auf den linken Zeigefinger zu stecken. Ich musste mein Exemplar mit etwas Küchenkrepp ausstopfen, weil die Maße des Fingerhuts ziemlich großzügig berechnet sind… Beim Stricken habe ich mir angewöhnt, für eine gleichmäßigere Fadenspannung die vom Knäuel kommenden Arbeitsfäden zweimal um meinen kleinen Finger und dann zwischen Mittel- und Ringfinger hindurchzuwickeln.

Strickfingerhut

Der Faden, der im „näher gelegenen“ Fach landet (also im Beispiel oben der blaue Faden) ist trotzdem etwas weniger stark gespannt und wird im fertigen Strickstück leicht hervorstehen – besser für die „Vordergrundfarbe“ als für den Hintergrund geeignet. Einmal festgelegt sollte man  die Reihenfolge der Fäden in den Fächern auf jeden Fall beibehalten, damit das Strickstück nicht ungleichmäßig wird.

Alternativen: Zweihändig stricken, zwei Fäden auf der linken Hand halten. Es gibt hierzu verschiedene nützliche Youtube-Tutorials.

Fazit: Für mich unverzichtbar. Für etwas geübtere Fair-Isle-Stricker bestimmt überflüssig.

 

An selbst gebasteltem Strick-Gedöns habe ich:

  • Ein Wollknäuel-Utensilo. Entstanden aus einem alten Leinen-Geschirrtuch und ausrangiertem Kissenbezug nach einer Anleitung von Tanya von Zeitglück, bewahrt es jetzt meine kleineren Wollreste auf.

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  • Eine Nadel-Rolle, von der ich euch schon einmal berichtet habe. Man kann Nadel-Mäppchen kaufen, aber eine solche Rolle aus Stoffresten zu nähen macht viel Spaß und ist dank der vielen geraden Näh-Linien ein gutes Anfängerprojekt.

IMG_7898

  • Einen Nadelspicker, der mir beim Planen von Projekten und besonders in Handarbeits-Läden bei Anflügen von akuter Nadel-Sammellust weiterhilft… ein Häkchen zeigt an, dass ich die betreffende Nadel schon besitze…

IMG_0744Nadelspicker

Und dann wären da noch (im Handarbeitsladen gesichtet):

  • Wollknäuelhalter – als kleine Gefäße mit Löchern für den Faden oder drehbare Spulen erhältlich. Verhindern, dass sich der Faden verheddert. Ich habe so etwas noch nicht vermisst – ich drösele ab und zu gern einmal meditativ ein Fadengewirr auf – aber eine kurze Suche bei Pinterest hat jede Menge lustige DIY-Ideen mit Nudelsieben oder umgedrehten Keramikblumentöpfen (mit Loch im Boden) zu Tage gefördert, die ich unbedingt einmal ausprobieren muss.
  • Pompom-Tool – für Mützenstricker. Man kann sich so einen Pompom-Wickler aber auch einfach selbst mit einer Schablone aus einem Stück Pappe basteln (schaut bei Interesse einmal auf Youtube nach).
  • Nadelmaß – eine Art Schablone mit runden Ausstanzungen, die den verschiedenen Nadelgrößen entsprechen und mit denen man die Stärke von unbeschrifteten Stricknadeln bestimmen kann. Da ich mit unbeschrifteten und zum Teil geerbten Stricknadeln reich gesegnet bin, steht so ein Nadelmaß ganz oben auf meiner Strick-Wunschliste. Momentan schätze ich die Stärke meiner Nadeln, indem ich sie mit beschrifteten Exemplaren vergleiche oder mit einem Lineal messe.

Und bei dem ganzen Plunder… welche Grundausrüstung ist denn nun wirklich essentiell!?

Die Antwort darauf ist wahrscheinlich von StrickerIn zu StrickerIn unterschiedlich. Ich würde sagen, außer Nadeln, Wolle und idealerweise einem befreudeten Stricker wären ziemlich nützlich:

  • eine gute Schere… nicht so ein riesiges, stumpfes Küchenscherenteil, das die Fäden auffasert. Besser eine kleine, ordentlich geschliffene Schere für Garn und Stoff.
  • ein paar Maschenmarkierer… dafür reichen am Anfang ein paar verknotete Fädchen in einer Kontrastfarbe
  • eine Stopfnadel, um Fäden zu vernähen, Nähte zu schließen, Pompoms anzunähen…
  • die Anleitung nicht zu schwieriges, aber trotzdem hübsches Projekt, auf das du am Ende stolz sein kannst
  • Enthusiasmus, Neugier und etwas Ausdauer… mehr braucht es eigentlich erst mal nicht 😉

 

Mit welchem Strickzubehör habt ihr gute Erfahrungen gemacht – habt ihr Geheimtipps für mich?

 

 

 

1 Kommentar

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