Auf Linnéas Spuren in Paris

Als ich klein war, war eins meines Lieblingsbücher Linnéa im Garten des Malers von Christina Björk und Lena Andersson. Ich habe damals die Ideen der kleinen Gärtnerin begeistert auf meinem Fensterbrett nachgebastelt, zum Beispiel ihre Renn-Feuerbohne oder den Schuhkartongarten aus Linnéa und die schnellste Bohne der Stadt. Nur logisch, dass ich mir auch ihre Stationen in Paris ansehen musste. Es wurde für diese Reise  höchste Eisenbahn, denn viele der Museen in Paris, darunter auch die Orangerie mit Monets Seerosen, gewähren EU-Bürgern bis zum Alter von 25 Jahren freien Eintritt.

Also sind wir nach Paris gefahren, natürlich ins Hotel Esmeralda an der Seine gegenüber von Notre Dame. Im Nebenzimmer wohnte eine schwedische Familie mit zwei kleinen Mädchen. Ich wette, die waren auch wegen Linnéa da.

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Das Hotel in einem historischen Pariser Stadthaus hätte ich fast übersehen, es hat nur dieses eine kleine Schild. Innen habe ich die knarzende Treppe mit dem Bild von Esmeralda und Djali sofort wiedererkannt.

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Die im Bilderbuch beschriebenen Tiere (zwei Katzen und einen Hund) gibt es leider nicht mehr. Ansonsten hat das Hotel aber seinen gemütlichen, altmodischen Charme bewahrt, mit schiefen Wänden, alten Balken und abgewetzten Möbeln, die aussehen, als hätten sie schon viel Pariser Geschichte mitgemacht. Der Empfangstisch kam sogar ohne Computer aus. Unsere Buchung war in einem dicken Heft vermerkt.

Und auch um das Hotel herum war alles genau so, wie Linnéa es uns beschrieben hatte. Wir hatten einen tollen Blick auf Notre Dame…

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… und im Park von Saint-Julien-le-Pauvre steht die alte Robinie von 1602 immer noch von ihren Betonpfeilern gestützt. Sie hatte mal wieder Knospen.

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Auch den verwinkelten englischen Buchladen Shakespeare & Co, eine Pariser Institution seit den fünfziger Jahren, gibt es immer noch.

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Die momentane Inhaberin des cat-in-residence-Titels ist Aggie, benannt nach Agatha Christie. Sie sitzt geduldig auf einem alten Stuhl und lässt sich von einer Schlange Touristen hinter den Ohren kraulen.

Das Shakespeare hat jetzt auch ein Buchcafé, wo man gut frühstücken kann.

Sogar die Toilette dort birgt gewisse… nun ja… literarische Überraschungen.

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Und schließlich natürlich Monets Seerosen im Musée de l’Orangerie… sie waren eine unserer ersten Besichtigungs-Stationen. Zum Glück ist das Museum jetzt, anders als bei Linnéas Besuch, für alle geöffnet. Die Schlange dort war viel kürzer als beim nebenan gelegenen Louvre, aber der Andrang war immer noch groß. (Bei dem Rummel habe ich den zweiten Seerosensaal fast übersehen.)

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Giverny war um diese Jahreszeit leider noch keinen Besuch wert. Das werde ich irgendwann noch nachholen… wie Gärtner Blümle Linnéa im Buch rät, am besten im August, da blühen die Seerosen am schönsten.

Zum Glück liegt das Esmeralda auch für alle anderen Paris-Unternehmungen sehr zentral. Die sechs Tage sind schnell vorbeigegangen.

P.S. Lustigster Strick-Inspirationsmoment des Urlaubs waren diese Wollwürste aus dem Kaufhaus Printemps. Die sahen täuschend echt aus. Ich weiß jetzt, was mein strikt karnivorer Bruder zum nächsten Weihnachtsfest bekommt.

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