Skandi-Adventskalender

Hier noch ein adventlicher Nachtrag, den ich einfach loswerden muss!

Anfang Oktober hatte ich die Idee, einen Adventskalender zu stricken. Nach vielen Jahren in unpersönlichen Studentenunterkünften wohne ich zum ersten Mal in meiner eigenen Wohnung und ein handgemachter Adventskalender gehört für mich einfach dazu. Außerdem klang es nach einer guten Möglichkeit, kleine Garnreste zu verwerten.

Beim Mustersuchen im Internet habe ich mich auf den ersten Blick in den dänischen Julevotter-Adventskalender verliebt, dessen Anleitung ich über den wunderbaren my-ling Blog gefunden habe.

Etwas Rumprobieren war notwendig, bis ich die ideale Umsetzung gefunden habe – ich habe mich, soweit es die Wollerbekiste hergegeben hat, an die Farbgebung der Anleitung in rot-blau-grün-grau gehalten. Ursprünglich wollte ich die Hintergrundfarben abwechselnd in weiß und hellbraun halten, das hellbraun (wie bei der Nummer 1) war aber zu wenig kontraststark und ergab ein sehr unregelmäßiges Maschenbild, also flog es raus.

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Ich habe erst einmal zuvor zweifarbig gestrickt, mit zwei Fäden auf der linken Hand, weil ich trotz Lebensmittelpunkt in England die englische Art des Strickens mit Faden auf der rechten Hand einfach nicht hinbekomme. Die Hälfte der Zeit habe ich bei diesem Versuch damit verbracht, die zwei verwirrten Fäden wieder auseinanderzuzupfen. Jetzt habe ich mir ein Helferchen besorgt, einen Strickring, der die Fäden auf der linken Hand schön in Ordnung hält. Damit konnte es losgehen.

Dezember

Interessanterweise sind die Handschuhe mit unterschiedlichen Fäden alle unterschiedlich groß geworden, der raue grüne Wollfaden ergab die größten, die glatte graue Kunstfaser die kleinsten. Wenn man gleich große Handschuhe möchte, muss man wahrscheinlich Sockengarn der gleichen Marke verwenden. Mir hat es aber nichts ausgemacht, ich finde, die unterschiedlichen Größen sehen interessant aus… und man kann nicht jeden Tag zwei Schokoladenstücke essen.

Meine geliebten Bambusnadeln aus einem kleinen Wollshop in Oxford haben bei diesem Projekt auch ganz schön was mitgemacht. Nachdem ich die Votter auf Heimaturlaub in Deutschland begonnen hatte, habe ich die Nadeln zur Sicherheit dort gelassen, um sie nicht auf dem Rückflug an die Sicherheitskontrolle zu verlieren. (Was sind eigentlich die Regeln? Ich sehe immer öfter Menschen mit Häkelnadeln im Flugzeug, Stricknadeln dagegen eher nicht, und im Internet raten Leute davon ab, Nadeln mitzunehmen. Andererseits sind sie meist auch nicht spitzer oder gefährlicher als ein durchschnittlicher Kugelschreiber). In England hatte ich ein 2,75-mm-Nadelspiel und dachte, damit müsste doch genauso klappen. Hat es aber nicht. Bei dünnem Garn fällt die Nadelstärke ziemlich unnachgiebig ins Gewicht, die Maschen wurden viel zu locker. Und es war schon Anfang November! Nach einer SOS-Email hat meine wunderbare Mutter dann ohne lang zu fackeln meine Nadeln in einen Brief gepackt und mir nachgeschickt.

Damit habe ich dann zu fast jeder freien Minute weitergearbeitet, um noch eine Chance zu haben, den Kalender rechtzeitig fertig zu haben. Beim Stricken im Autohaus, während ich auf eine Reparatur gewartet habe, habe ich nicht nur viele dumme Blicke von den Autohaus-Männern eingesammelt, sondern auch noch eine meiner besten Nadeln verloren…

Die Mühe hat sich aber gelohnt, weil ich bis zum 1. Dezember 16 von 24 Handschühchen fertig hatte und mit Schokotrüffeln füllen konnte. Die fehlenden habe ich noch im Dezember produziert.

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Ich freue mich schon auf den nächsten Advent, wenn ich sie wieder füllen kann.

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6 Kommentare

  1. „man kann nicht jeden Tag zwei Schokoladenstücke essen“ – so habe ich das noch nie gesehen 🙂

    Und wie jedes Jahr im Januar nehme ich mir jetzt erst Recht vor, genau diesen Adventskalender auch zu stricken. 2 Handschuhe im Monat – das wäre doch gelacht! Liebe Grüße – Carina.

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    1. Liebe Carina,

      Das schaffst du bestimmt bis Dezember! Den Adventskalender zu stricken macht wirklich sehr viel Spaß und durch die vielen unterschiedlichen Muster kommt nie Langeweile auf. So einen kleinen Handschuh schafft man locker an zwei, drei Abenden. Nur munter ran an die Nadeln! 😉

      LG Eva

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